Warum sich Führungsrollen verändern – und Unternehmen gerade jetzt in die Befähigung ihres Managements investieren sollten
Das Handelsblatt berichtete am 27. Januar 2026, dass der aktuelle Stellenabbau in der deutschen Wirtschaft eine neue Qualität erreicht hat. Während früher vor allem operative Rollen betroffen waren, trifft es nun zunehmend das mittlere und obere Management. Als Grund nennen Unternehmen den wachsenden Einsatz von KI – mit dem Ziel, Hierarchien zu verschlanken und bestimmte Führungsfunktionen zu automatisieren.
Begründet wird das damit, dass KI heute Aufgaben wie Projektsteuerung, Performance-Tracking und Ressourcenplanung zuverlässig übernehmen kann. Die klassische Kontrollfunktion der Führungskraft wird damit infrage gestellt. Gleichzeitig mehren sich Stimmen, die vor einem zu einseitigen Bild warnen: So argumentiert beispielsweise die Peter Drucker Society, dass der Einsatz von KI in Unternehmen nicht weniger Führung erfordert, sondern mehr.
Dafür werden mehrere Gründe genannt:
Man könnte also argumentieren: Wer das mittlere Management abbaut, verliert nicht nur Kapazität – sondern Steuerungsfähigkeit in der Transformation. Braucht es also noch Führung im Zeitalter von KI?
Unsere klare Antwort: Ja – aber mit veränderten Aufgaben, verschobenen Verantwortlichkeiten und neuem Selbstverständnis.
Künstliche Intelligenz verändert, was Führungskräfte künftig leisten müssen. Wer Entscheidungen trifft, trägt nicht nur Verantwortung – sondern muss auch verstehen, wie diese Entscheidungen entstehen, wer sie beeinflusst und wo Mensch und Maschine zusammenspielen. Führung heißt heute nicht nur führen – sondern den Einsatz von KI für Mitarbeitende verständlich zu machen, Ergebnisse einzuordnen und Orientierung im Zusammenspiel von Mensch und Maschine zu geben.
Führung verändert sich nicht überall gleich. Viel hängt davon ab, wie ein Unternehmen mit KI umgeht – und welche Erwartungen damit verbunden sind.
In eher abwartenden Organisationen besteht die Aufgabe von Führung oft darin, Veränderung überhaupt erst anzustoßen. Sie müssen aufzeigen, was mit KI möglich ist, und zugleich die gewachsene Routine im Unternehmen aufbrechen.
Wenn KI zur Effizienzsteigerung eingeführt wird, ist Fingerspitzengefühl gefragt. Hier geht es darum, Prozesse neu zu definieren, ohne das Vertrauen der Mitarbeitenden zu verlieren. Führung bedeutet dann, Produktivität zu steigern, aber gleichzeitig für Orientierung, Sinn und Verlässlichkeit zu sorgen.
Dort, wo Unternehmen wirklich neue Wege gehen wollen, verändert sich Führung besonders stark. Dann geht es nicht mehr nur um Steuerung, sondern um Gestaltung. Die Zusammenarbeit von Mensch und KI will organisiert sein. Lernen, Austausch und Eigenverantwortung müssen aktiv gefördert werden.
Unabhängig davon, wie weit Unternehmen im Umgang mit KI sind, lassen sich vier Kompetenzfelder identifizieren, die für moderne Führung entscheidend sind.
Im Alltag zeigt sich, was Führung im KI-Zeitalter konkret bedeutet. Es geht weniger um formale Zuständigkeiten – sondern darum, wie der Einsatz von KI tatsächlich begleitet, eingeordnet und verantwortet wird.
Viele Führungskräfte merken, dass sich ihre Rolle verändert, fühlen sich aber nicht ausreichend vorbereitet. Wer früher vor allem Prozesse gesteuert hat, muss heute Verantwortung für Themen wie Lernkultur oder KI-Governance übernehmen.
Deshalb brauchen Führungskräfte gezielte Unterstützung. Strukturierte Lernformate, gemeinsame Reflexion und der Austausch auf Augenhöhe helfen, Sicherheit zu gewinnen und die eigene Führungsrolle im KI-Kontext zu klären.
Ob KI in Unternehmen echten Mehrwert bringt, hängt nicht nur von der Technik ab. Entscheidend ist, ob Führungskräfte bereit und in der Lage sind, die Veränderungen aktiv zu gestalten.
Was jetzt zu tun ist: