Vom schnellen Text zum guten Beitrag
Letzte Woche hatten wir ein Training mit einem unserer Kunden. Thema: Content-Erstellung mit KI. Die Stimmung war offen, neugierig, konzentriert – genau so, wie es sein muss, wenn man etwas Neues verstehen will.
Schnell wurde klar: KI macht das Schreiben leicht, keine Frage. Texte entstehen in Sekunden, sauber formuliert, logisch aufgebaut. Aber das heißt noch lange nicht, dass sie auch gut sind.
Und genau das ist der Punkt. Viele erleben gerade: KI kann schreiben, aber trifft selten den Ton, die Haltung oder den Kern. Deshalb dieser Artikel – weil es nicht um Technik geht, sondern um Verständnis.
Noch nie wurde so viel Content produziert wie heute. Und noch nie war so viel davon überflüssig.
KI hat die Schleusen geöffnet. Jeder kann heute Texte erstellen ohne Texter oder Journalist zu sein – schnell, kostenlos, ohne große Hürde. Das Ergebnis: mehr Content denn je.
Warum ist das so? Weil sich mehrere Entwicklungen überlagern:
Das Ergebnis: Viele Texte, wenig Aussage. KI hat die Produktion vereinfacht – und gleichzeitig das eigentliche Problem verschärft:
Wie schafft man es, aufzufallen, wenn alle dasselbe tun?
Nein. Aber man muss verstehen, was „gut“ bedeutet.
Die Grundlagen haben sich nicht verändert – auch nicht durch KI:
Wie überall in der Kommunikation gilt: Ohne gutes Briefing kein gutes Ergebnis.
Das ist bei KI nicht anders. Ein Satz wie „Schreib mir was über …“ reicht vielleicht, damit die KI irgendetwas produziert – aber nichts Gutes. Denn guter Text entsteht nicht durch Zufall, sondern durch Klarheit.
Damit KI guten Content erzeugen kann, braucht sie ein präzises Briefing, das als Prompt an das Modell geht:
Gute KI-Arbeit beginnt also nicht mit Schreiben, sondern mit Recherche und Denken. Wer hier sauber arbeitet, spart später Zeit – und bekommt Texte, die wirklich funktionieren.
Oft ja. Aber nicht, weil die KI schlecht arbeitet. Sondern weil sie genau das tut, wofür sie gemacht wurde.
Die KI berechnet bei jedem Satz, welches Wort mit der höchsten Wahrscheinlichkeit als Nächstes kommt. Das heißt: Sie sucht den größten gemeinsamen Nenner – also das, was am wahrscheinlichsten richtig klingt. Und genau da liegt das Problem.
Weil sie statistisch arbeitet, landet sie automatisch in der Mitte. Nicht am Rand, wo Neues entsteht. Nicht dort, wo es mal aneckt oder überrascht. Sondern da, wo alles glatt und ordentlich klingt.
Dazu kommt: Die Trainingsdaten sind überwiegend Mainstream. Texte aus dem Netz, die millionenfach vorkommen. Da steckt wenig Originelles drin, kaum Widerspruch, kaum Haltung.
Das Ergebnis: Texte, die man lesen kann, aber schnell wieder vergisst. Korrekt, sauber, brav – aber selten inspirierend. Die KI will niemandem wehtun. Aber genau das macht sie austauschbar.
Nein, müssen sie nicht. Aber man muss wissen, wie man KI richtig einsetzt. KI liefert den Entwurf – der Mensch macht daraus den Text.
Die Kunst liegt nicht darin, die KI alles schreiben zu lassen, sondern darin, das Ergebnis gezielt weiterzuentwickeln.
Dafür braucht es vor allem drei Dinge:
KI kann helfen, schnell zu schreiben. Aber aus gutem Content wird erst dann etwas Besonderes, wenn der Mensch das Ergebnis in die Hand nimmt, kritisch liest und nachschärft.
KI liefert Tempo – der Mensch sorgt für Richtung.
Zurück zum Anfang. Letzte Woche hatten wir ein Training mit einem unserer Kunden. Thema: Content-Erstellung mit KI. Denn KI lernt man nicht theoretisch, sondern nur, wenn man sie benutzt.
Ein KI-Training ist kein Tool-Training. Es geht nicht darum, wo welcher Knopf ist, sondern darum, zu verstehen, wo der Nutzen liegt.
Als es praktisch wurde, sind wir bewusst leicht gestartet – mit einer kleinen Übung: eine Kurzgeschichte oder ein Gedicht schreiben.
Einfach, aber sehr aufschlussreich.
Denn da wurde sofort sichtbar, wie stark sich die Ergebnisse verändern,
Spätestens da wurde jedem klar, wie wichtig Vorbereitung ist. Und wie stark diese scheinbar kleinen Details das Ergebnis beeinflussen.
Im nächsten Schritt haben wir Themen aus dem Redaktionsplan genommen und LinkedIn-Posts erstellt. Prompt geschrieben, Modell gestartet – und wenige Sekunden später lag der Text auf dem Bildschirm.
Das ging schnell. Aber dann kam der entscheidende Moment: die menschliche Bewertung.
An dieser Stelle wurde klar: Der entscheidende Teil kommt nach dem Generieren – beim Prüfen, Anpassen, Schärfen. Da entsteht Qualität.
Und genau da zeigt sich, dass KI kein Ersatz ist – sondern ein Werkzeug, das erst mit menschlichem Denken richtig gut wird.
Erstens: Man versteht KI nur, wenn man sie anwendet. Nicht durch Vorträge oder Demos, sondern durch eigenes Ausprobieren. Nur so bekommt man ein Gefühl dafür, was funktioniert – und wo die Grenzen liegen.
Zweitens: Man muss am Anfang Zeit investieren. Je besser die Zielgruppe beschrieben ist, je klarer die eigene Sprache und Haltung, desto besser werden die Ergebnisse. Das klingt banal, ist aber der entscheidende Unterschied zwischen generischem KI-Output und Texten, die wirklich treffen.
Drittens: Gute Ergebnisse werden mit der Zeit besser. Man lernt, wie man Briefings verfeinert, wie man die richtigen Signale setzt und welche Formulierungen die KI versteht. Das ist kein Einmalprojekt, sondern ein Lernprozess – der sich lohnt.
KI verändert die Art, wie Content entsteht – aber nicht, was guten Content ausmacht. Sie nimmt uns Arbeit ab, aber nicht das Denken. Sie kann Texte schreiben, aber keine Haltung entwickeln.
Am Ende geht es nicht darum, ob KI besser schreibt als der Mensch, sondern darum, wie beide zusammen besser werden.
KI liefert die Geschwindigkeit, der Mensch den Sinn.
Und genau dort liegt die Chance:
Wenn verstanden wird, wie beide Seiten zusammenkommen – Technologie und Haltung, Präzision und Persönlichkeit – dann entstehen Inhalte, die nicht nur gelesen werden, sondern etwas auslösen.